Schlüssel verloren - Pech und hohe Kosten für den Mieter?

Grundsätzlich kann der Verlust eines Wohnungsschlüssels den Austausch der ganzen Schließanlage aus Sicherheitsgründen erforderlich machen. Dies ist der Fall, wenn eine missbräuchliche Nutzung des verschwundenen Schlüssels durch nicht berechtigte Personen zu befürchten ist.

Nach § 249 Absatz 2 BGB kann der Gläubiger bei einer Sachbeschädigung statt einer Herstellung (sozusagen einer Reparatur der Sache) den Geldbetrag verlangen, der zur Herstellung desjenigen Zustandes erforderlich ist, der ohne das schädigende Ereignis vorliegen würde. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann ein Geschädigter den für die Beseitigung des entstandenen Sachschadens erforderlichen Aufwand auch fiktiv abrechnen, das heißt, ohne das er den Geldbetrag auch bezahlt hat. Dies setzt aber voraus, dass ein erstattungsfähiger Vermögensschaden entstanden ist. Das Vorliegen eines derartigen Vermögensschaden hat der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 5.3.2014 AZ: VIII ZR 205/13 aber verneint.

Der Bundesgerichtshof hat hier entschieden, dass der Verlust eines Schlüssels nicht zu einer Beeinträchtigung der Sachsubstanz der Schließanlage als solcher führt. Er führt aus: Das rein abstrakte Gefährdungspotential stellt regelmäßig keinen erstattungsfähigen Vermögensschaden dar. Ein ersatzfähiger Schaden entsteht vielmehr erst dann, wenn sich der Geschädigte aus objektiver Sicht unter den konkret gegebenen Einzelfallumständen zur Beseitigung einer fortbestehenden Missbrauchsgefahr veranlasst sehen darf, die Schließanlage zu ersetzen und diesen Austausch auch tatsächlich vornimmt. In einem solchen Fall hat sich das Gefährdungspotential in einer Vermögenseinbuße realisiert.

Merke: Ohne durchgeführten Austausch einer Schließanlage keine Erstattungspflicht des Mieters. Die bloße Vorlage eines Kostenvoranschlags durch den Vermieter reicht nicht.